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Liebe Frauen!

  • Autorenbild: Suse
    Suse
  • 28. Feb.
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 13. März

Ihr wollt Männer, die euch halten. Die euch Sicherheit geben. Euch auf Händen tragen. Euch verehren, respektieren und lieben bis ans Ende eurer Tage. Die euch niemals verletzen, euch zum Lachen bringen und eure Tränen trocknen. Die stark sind, aber eure Schwäche nicht zu ihrem Vorteil nutzen. Die sanft sind, aber hart im Nehmen, wenn es drauf ankommt.


Ihr aber klammert.

Ihr haltet fest, lasst nicht los, lasst keinen Raum, weil ihr Angst vorm Alleinsein habt. Ihr passt euch an, weil ihr Angst habt, euch ganz zu zeigen.

Ihr haltet euch bewusst klein, weil eure wahre Größe ihn ja verschrecken könnte.

Ihr wollt ihn als die Antwort auf alle eure Fragen, dabei kennt ihr eure Fragen oft noch nicht einmal.

Ihr braucht seine Präsenz, um eure Leere nicht fühlen zu müssen.

Ihr legt euer Leben in seine Hände, weil ihr es selbst nicht halten könnt.


Und genau hier beginnt die Wahrheit, die weh tut.


Ihr wollt einen Mann, der euch wählt – aber ihr wählt euch selbst nicht.

Ihr wollt jemanden, der bleibt – aber ihr bleibt nicht bei euch, wenn es unangenehm wird.

Ihr wünscht euch einen, der euch sieht – doch ihr schaut selbst nicht hin, wenn eure Wunden sprechen.

Ihr sagt, ihr wollt reife Liebe. Aber ihr reagiert aus dem verletzten Kind.

Ihr nennt es Verbindung, wenn es eigentlich Angst ist.

Ihr nennt es Seelenband, wenn es eigentlich alte Verlustpanik ist.

Ihr nennt es Schicksal, wenn es in Wahrheit ein ungelernter Schmerz ist, der euch immer wieder zu dem führt, was vertraut ist. Nicht was gut ist.


Ihr wollt einen Mann, der euch trägt – aber eine erwachsene Liebe braucht keine Last, sie braucht zwei Menschen, die stehen können.


Ihr sagt, ihr wollt gehalten werden. Aber habt ihr euch je selbst gehalten, wenn es dunkel wurde?

Habt ihr euch je selbst durch eine Nacht begleitet, ohne sofort zum Handy zu greifen?

Habt ihr je eure eigene Traurigkeit ausgehalten, ohne sie mit seiner Aufmerksamkeit zu betäuben?

Habt ihr euch je gefragt, warum euch ein Mann, der halb da ist, so sehr fesselt?


Nicht, weil er so besonders ist. Sondern weil ihr es gewohnt seid, um Liebe zu kämpfen.


Vielleicht, weil ihr als Mädchen gelernt habt, dass Nähe nicht selbstverständlich ist. Dass ihr brav sein müsst. Anpassungsfähig. Nicht zu laut. Nicht zu viel.


Vielleicht habt ihr gelernt, dass ihr bleiben müsst, wenn jemand euch gerade noch so ein bisschen Wärme gibt. Dass ein bisschen besser ist als nichts.


Und dann wundert ihr euch, warum ihr Männer anzieht, die nicht ganz da sind. Die euch gerade so viel geben, dass ihr bleibt.Aber nie genug, dass ihr euch sicher fühlt.


Ihr nennt sie Vermeider. Aber wenn ihr ehrlich seid, vermeidet ihr auch.


Ihr vermeidet eure eigene Größe. Eure eigene Wut. Eure eigene Wahrheit.

Ihr vermeidet die Entscheidung, euch selbst genug zu sein.


Ein Mann, der euch wirklich auf Augenhöhe begegnet, braucht keine Frau, die sich kleiner macht. Er braucht eine, die stehen kann. Die Nein sagen kann. Die gehen kann, wenn es nicht stimmt.


Und genau das ist es, wovor ihr Angst habt.

Nicht davor, ihn zu verlieren.Sondern davor, euch selbst zu spüren, wenn ihr alleine seid.

Weil da vielleicht Trauer ist.

Weil da vielleicht Einsamkeit ist.

Weil da vielleicht dieses alte Gefühl ist: Ich bin nicht genug.


Aber hört mir zu: Ein Mann kann dieses Loch nicht füllen.

Er kann euch begleiten. Er kann euch bereichern.

Er kann euch berühren.

Aber er kann euch nicht retten.

Und solange ihr gerettet werden wollt, werdet ihr Männer anziehen, die entweder fliehen – oder euch klein halten.


Reife Liebe entsteht nicht aus Bedürftigkeit. Sie entsteht aus Selbstführung.

Aus einer Frau, die sagen kann: Ich wünsche mir dich. Aber ich brauche dich nicht, um vollständig zu sein.


Eine Frau, die ihre Angst kennt. Ihre Muster kennt. Ihre Trigger kennt.

Die weiß, wann sie klammert. Und dann einen Schritt zurücktritt.

Nicht aus Stolz. Sondern aus Würde.


Ihr wollt einen Mann, der euch hält? Dann haltet euch zuerst selbst.

Ihr wollt Sicherheit? Dann baut sie in euch auf.

Ihr wollt Respekt? Dann respektiert eure eigenen Grenzen.


Ihr wollt einen Mann, der bleibt? Dann bleibt ihr. Bei euch. Gerade dann, wenn es weh tut.


Das ist keine romantische Botschaft. Das ist Erwachsenwerden.

Und ja, das fühlt sich erst einmal leer an. Still. Ungewohnt.

Aber genau in dieser Stille entsteht eure Kraft.


Nicht in der Jagd.

Nicht im Hoffen.

Nicht im Interpretieren von Nachrichten.

Sondern in der klaren Entscheidung: Ich verrate mich nicht mehr.

Nicht für Aufmerksamkeit.

Nicht für Nähe.

Nicht für das Versprechen, dass es vielleicht diesmal anders wird.


Liebe Frauen,

ein Mann, der euch wirklich liebt, wird eure Größe nicht fürchten.

Er wird eure Klarheit nicht als Angriff sehen.

Er wird eure Grenzen nicht als Ablehnung interpretieren.

Er wird sich freuen, dass ihr steht.

Aber ihr müsst zuerst stehen.

Nicht perfekt. Nicht ohne Angst. Nicht ohne Zweifel.

Aber aufrecht.


Und wenn ihr das tut, passiert etwas Magisches – ihr hört auf zu suchen.


Nicht, weil ihr aufgegeben habt. Sondern weil ihr angekommen seid.

Und aus diesem Ankommen heraus entsteht eine andere Form von Liebe. Kein Drama. Kein Ziehen und Zerren. Kein Hoffen und Bangen.

Sondern Wahl.


Zwei Menschen, die sagen: Ich will dich. Nicht, weil ich ohne dich nicht kann. Sondern weil ich mit mir kann.

Und genau dort, liebe Frauen, beginnt die Liebe, die ihr euch eigentlich wünscht.

 
 
 

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