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Warum Klarheit glücklich macht

  • Autorenbild: Suse
    Suse
  • 23. Sept. 2023
  • 4 Min. Lesezeit

Hast du schon mal ein Kind beobachtet, was an der Kasse die Süßigkeiten entdeckt hat und nun unbedingt diesen einen bunten Lolli will?!

Erst guckt es mit gaaaanz lieben Augen. Dann beginnt es zu reden. Es bittet zunächst leise. Dann lauter. Immer lauter.

Wenn es schlecht für alle Beteiligten läuft, liegt das Kind am Ende laut schreiend auf dem Boden im Supermarkt und hämmert mit den kleinen krampfhaft geballten Fäustchen auf den Boden. Und das alles nur, weil es die ganz klare Absicht hatte, diesen einen Lolli zu bekommen. Das Kind ist bereit, alles dafür zu tun, weil es eine ganz klare Absicht hat. Es will diesen Lolli.


Wir hingegen sind oft unklar in dem, was wir eigentlich im Leben wollen und ganz besonders unklar verhalten wir uns meistens bei unserem Gegenüber im Dualseelenprozess.


Eigentlich meinen wir, dass es ja total klar ist, was wir wollen. Wir wollen IHN mit Haut und Haaren, auf einem weißen Pferd daherkommend um unsere Hand anhaltend. Er soll merken, dass wir die Frau seines Lebens sind und soll uns ewig den Hof machen. Er soll der Mann an unserer Seite sein.

Irgendwann merken wir, dass er das gar nicht will. Er hat sein Leben und genießt unsere Aufmerksamkeit genau so wie die Sicherheit, die er zu Hause noch hat. Oder er ist Single und genießt dieses Dasein in vollen Zügen. Geht mit Kumpels aus, trinkt literweise Bier und wenn ihm mal danach ist, liegt sein Kopf auf unserem Kissen.


Aber weil wir ihn ja so lieben, denken wir uns: „Ach naja. So ein wenig Freundschaft ist auch super!“

Ja und dann schmerzt es eben, wenn er uns immer mal wieder links liegen lässt, um zu seiner Langzeitbeziehung zurückzukehren oder wenn er einfach mal wieder nicht mag, kann oder was auch immer. Aber wir haben ihn ja trotzdem noch. So ein wenig. In den Momenten, in denen er es zulässt.


Klarheit kommt dann eines Tages, wenn wir merken, dass wir uns echt zu schade sind für sowas. Wenn wir plötzlich wirklich erkennen, was das Leben zu bieten hat, außer jemandem, der wie ein Fähnchen im Wind ist. Wenn wir spüren, dass wir es wirklich wert sind, dass jemand zu uns steht. Ganz und gar. Dass jemand ehrlich zu uns ist.

Ja, er hat Angst. Für ihn ist das alles auch nicht leicht und er leidet unter seiner Angst vor Nähe, Liebe und uns. Alles gut und schön. Aber trotzdem wollen wir irgendwann nicht immer seiner Angst die Tür aufhalten und stets da sein, wenn sie gerade mal schläft. Wir werden klar in der Erkenntnis „Es ist einfach keine Freundschaft!“ und verhalten uns auch so.

Wir beginnen, uns zu distanzieren.

Wir sagen offen, was wir wollen und was nicht.

Wir fangen an, ehrlich mit ihm zu kommunizieren und es ist uns egal, ob er dann entschwindet oder nicht.


Denn wir wissen, dass dieses "immer nur so ein wenig" nicht mehr unserer Wahrheit entspricht. Trotzdem können und dürfen wir ihn lieben, er darf uns wichtig sein. Aber wir wollen uns nicht mehr um jeden Preis verbiegen und ihm alles recht machen.


Auch in anderen Bereichen im Leben erfahren wir plötzlich Klarheit.

Wir spüren, was wir möchten und was nicht und werden sehr deutlich, wenn es darum geht, das zu vertreten. Auch wir würden uns auf den Boden dafür werfen und theatralisch trommeln. Na gut, vielleicht nur im übertragenen Sinn.


Ich für mich merke gerade, dass ich es immer weniger ertrage, wenn jemand nicht klar ist.

Wenn jemand nicht weiß, was er will.

Wenn jemand versucht, alles zu tun, anstatt die Dinge, die für ihn wichtig sind. Wenn jemand sich ablenkt, nur um nicht fühlen zu müssen, dass es auch mal nicht gut läuft im Leben.


Wenn ich selbst Dinge tue, die nicht zu meiner eigenen Klarheit passen, merke ich das ganz genau, denn es fühlt sich einfach nur bescheiden an. Wenn ich hingegen Dinge tue, die zu mir und meinem Weg passen, ist es kaum zum Aushalten, so gut fühlt es sich an.


Genau so geht’s mir mit anderen Menschen. Passen die zu meinem Weg, passen die zu dem was ich auch will - it‘s magic.


Klarheit macht frei, macht glücklich, weil es nichts mehr gibt was zwischen dem steht, was ich will und dem was ist.


Klarheit bedeutet für mich auch, alles anzunehmen, was ist. Klar zu wissen, dass alles zum Weg dazu gehört. Zu erkennen, dass jedes Verhalten eines anderen Menschen, was mich triggert, immer einen Schattenanteil in mir anspricht.

Zu erkennen, wer ich bin, was ich bin und wo ich hinmöchte.

Oder auch klar zu sagen: "Hey, ich hab gerade keine Ahnung wo ich hin möchte und alles, was kommt, ist gut!"


Ich ecke an. Bei den Menschen, die selbst noch auf der Suche nach Klarheit sind. Die versuchen dann nämlich ihrerseits mit den Fäustchen zu trommeln und mich zurück ins unklare Chaos zu holen.

Aber nö - ich sehe immer besser, was geht und was nicht geht. Und ich traue mich dem zu folgen. Jeden Tag aufs Neue.


Unklar war ich echt lange genug. Das hab ich ausgiebig probiert und es hat mir schlussendlich nicht gut gefallen. Jetzt teste ich halt mal was neues. 🤗


Klarheit schafft Ordnung für unser Gehirn. Das Gehirn ist immer darauf bedacht, uns Sicherheit zu geben.

Passt unser Verhalten nicht zu dem, was wir uns tief in unserem Inneren wünschen, kommt das Gehirn in Stress. Die Dinge werden komisch, fühlen sich drückend und oft falsch an.

Wenn wir dann an dem Punkt ankommen, an dem unser Denken, Handeln und Fühlen identisch sind, geht uns das Herz auf. Wir leben wieder viel mehr in der Energie, die für uns gemacht ist. Alles wird leichter, nichts scheint mehr schwer.


Klar gibts immer mal Tage, die einfach Mist sind. Aber selbst da hilft uns die Klarheit. Weil wir wissen, dass sie dazu gehören zu unserem Wachstum. Und dass sie vergehen, wenn wir einfach weiter machen und KLAR unserem Herzen folgen!!

 
 
 

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