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Wenn plötzlich alles anders ist

  • Autorenbild: Suse
    Suse
  • vor 2 Tagen
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 1 Tag

Warum manche Begegnungen unser Leben leise erschüttern


Es gibt Begegnungen, die fühlen sich nicht spektakulär an. Kein Blitz. Kein Drama. Kein Hollywoodmoment.

Und trotzdem ist danach nichts mehr wie vorher.

Du gehst weiter zur Arbeit. Du erledigst den Einkauf. Du sitzt am Küchentisch. Du funktionierst.

Aber innerlich ist etwas verrutscht.

Nicht laut. Nicht erklärbar. Aber unumkehrbar.


Viele Frauen erzählen mir genau davon. Und fast immer sagen sie den gleichen Satz: „Ich weiß gar nicht, warum mich das so aus der Bahn wirft.“


Die Begegnung, die niemand kommen sieht


Vielleicht war es ein Mensch. Vielleicht ein Blick. Ein Gespräch. Ein Gefühl von Vertrautheit, das keinen logischen Ursprung hatte.

Nichts davon war „zu viel“. Und doch war es genug, um etwas in dir zu öffnen, das lange still war.


Und hier beginnt das Problem.

Denn unsere Welt ist nicht gut darin, mit solchen Momenten umzugehen.

Alles, was nicht klar einzuordnen ist, wird schnell bewertet:


  • übertrieben

  • unrealistisch

  • gefährlich

  • unvernünftig

Also versuchst du, es wegzuerklären.

Du sagst dir, dass du dich irrst. Dass du dich zusammenreißen solltest. Dass andere das doch auch schaffen.

Und genau hier beginnt der eigentliche innere Konflikt.

Du bist nicht instabil – du bist berührt


Was viele Frauen falsch verstehen: Diese innere Erschütterung ist kein Zeichen von Schwäche.

Sie ist ein Zeichen von Kontakt.

Kontakt mit etwas in dir, das lange keinen Raum hatte:


  • Sehnsucht

  • Lebendigkeit

  • Wahrheit

  • Erinnerung

Nicht unbedingt an einen anderen Menschen. Sondern an dich selbst.

Das ist unbequem. Weil es nicht in den Alltag passt. Weil es keine klare Handlung verlangt, sondern Ehrlichkeit.

Und Ehrlichkeit ist das, was wir am längsten gelernt haben zu vermeiden.

Warum genau „jetzt“?


Eine Frage, die sich fast jede Frau stellt:

Warum passiert mir das jetzt?

Die unbequeme Antwort lautet: Weil du innerlich bereit bist – auch wenn du das bewusst noch nicht willst.


Solche Begegnungen tauchen selten auf, wenn alles rund läuft. Sie kommen oft dann, wenn:


  • du lange gehalten hast

  • viel getragen hast

  • gut funktioniert hast

  • dich selbst nicht mehr wirklich gespürt hast

Sie sind keine Störung deines Lebens. Sie sind ein Hinweis.

Und ja – das ist provokant: Nicht jede Begegnung ist dafür da, gelebt zu werden. Aber fast jede ist dafür da, etwas sichtbar zu machen.


Das Missverständnis von „alles kaputt“


Viele Frauen denken an diesem Punkt:„Jetzt ist alles kaputt.“

Die Beziehung. Das Vertrauen. Das Bild von sich selbst.


In Wahrheit ist oft genau das Gegenteil der Fall.

Nicht dein Leben ist zerbrochen. Sondern das Bild, das du davon hattest.

Und das fühlt sich erst einmal gleich schlimm an.

Denn Bilder geben Sicherheit. Auch dann, wenn sie nicht mehr stimmen.


Warum wir uns dafür schämen


Kaum jemand spricht offen darüber. Nicht, weil es selten ist – sondern weil es beschämt.


Frauen schämen sich dafür,

  • zu fühlen

  • zu zweifeln

  • sich innerlich zu bewegen


Vor allem dann, wenn sie „eigentlich doch alles haben“.

Diese Scham hält viele Frauen jahrelang fest. Sie bleiben still. Sie bleiben angepasst. Sie bleiben freundlich zu allen – außer zu sich selbst.

Und innerlich ziehen sie sich immer weiter zurück.


Das eigentliche Problem ist nicht die Begegnung


Das sage ich sehr klar – und das ist wichtig:

Das Problem ist nicht der Mensch, der dir begegnet ist. Das Problem ist nicht das Gefühl. Das Problem ist nicht deine Reaktion.

Das Problem ist, dass wir nie gelernt haben, wie man mit inneren Übergängen umgeht.


Wir haben gelernt:


  • Entscheidungen zu treffen

  • Dinge zu klären

  • Lösungen zu finden

Aber nicht, dazwischen zu sein.

Nicht zu fühlen, ohne sofort zu handeln. Nicht zu bleiben, ohne zu erstarren.


Und genau das ist der Raum, den solche Begegnungen öffnen.


Du musst nichts entscheiden – aber du darfst hinschauen


Vielleicht ist das das Entlastendste, was ich dir sagen kann:

Du musst jetzt nichts tun.

Nicht gehen. Nicht bleiben. Nicht klären. Nicht beichten.

Aber du darfst beginnen, ehrlich hinzuschauen.


Was fehlt dir wirklich?

Was berührt dich so sehr?

Was hast du lange nicht mehr gespürt?


Diese Fragen sind unbequem. Aber sie sind der Anfang von etwas Echtem.


Nach der Begegnung beginnt der eigentliche Weg


Viele denken, der schwierige Teil sei die Begegnung selbst.

In Wahrheit beginnt der Weg danach.


Dann, wenn es leise wird.

Wenn keine äußeren Antworten kommen.

Wenn du mit dir selbst konfrontiert bist.

Genau dort entsteht Wachstum.

Oder Verdrängung.


Und beides fühlt sich zunächst gleich an.

Der Unterschied zeigt sich erst später.


Wenn du magst, begleite ich dich auf diesem Weg. Nicht mit schnellen Antworten. Sondern mit Worten, die Raum lassen.


„Nach der Begegnung“ ist kein Buch mit Lösungen. Es ist ein stiller Ort für Frauen, die spüren, dass etwas in ihnen in Bewegung gekommen ist – und die aufhören wollen, sich dafür zu verurteilen.

 
 
 

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